Kelsterbach hat gewählt

Wahlergebnis

Und ich muss gestehen, dass ich in jeder Hinsicht enttäuscht bin. Sowohl mein persönliches Ergebnis von 5,3 Prozent als auch die Wahlbeteiligung von 44 Prozent sind weit entfernt von dem, was ich erreichen wollte. Vor allem die Wahlbeteiligung finde ich sehr, sehr traurig. Auf der anderen Seite sind 5,3 Prozent auch ein respektables Ergebnis und ich bedanke mich ganz herzlich bei all denen, die mir ihre Stimme gegeben haben und die Kelsterbach fairändern wollen. Ich werde weiterhin für euch aktiv sein!

Analyse

Die Wahlbeteiligung liegt mit 44 Prozent deutlich über der Beteiligung von 2008 (31,6 Prozent). 1.673 Menschen mehr haben ihre Stimme abgegeben bei 1027 Wahlberechtigte mehr. Es waren also mal wieder die Nichtwähler, die die Wahl entschieden haben.

Zwar konnte Manfred Ockel einen leichten Stimmengewinn erreichen (ein Plus von 132 Stimmen), in Bezug auf die Anzahl der Stimmberechtigten hat er aber wieder verloren (24 Prozent statt 25,3 im Jahr 2008). Ohne einen für Kelsterbacher SPD-Verhältnisse exorbitanten Wahlkampf hätte er diesen Sieg nicht erringen können. Aber es waren die Briefwähler, die ihm den Kopf gerettet haben.

Mit 66 Prozent der Stimmen fuhr er dort ein Ergebnis weit über dem Durchschnitt ein. Nur im Wahllokal im Fritz-Treutel-Haus schnitt er mit 67,6 Prozent besser ab - dort waren es 250 Stimmen, die er geholt hat. Die Briefwähler brachtem ihm 725 Stimmen. Dies entspricht 28 Prozent aller Stimmen, die er insgesamt erhalten hat. Daniel Wenzel erhielt 17,2 Prozent seiner Stimmen durch Briefwähler, bei mir waren es 15,5 Prozent.

Ergebnisse auf Wahllokalebene

Das repräsentativste Wahllokal war das in der Karl-Treutel-Schule. Dort gaben zwar nur 29,8 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme ab, dafür lagen sie aber ziemlich exakt am Endergebnis. Bei Manfred Ockel lag die Abweichung bei -0,04 Prozent, bei Daniel Wenzel bei -0,68 Prozent und bei mir bei 0,72 Prozent.

Karl-Krolopper-Schule sowie das Alten- und Pflegeheim und liegen ebenfalls sehr nah am Schnitt, dort beträgt die durchschnittliche Abweichung 0,7 bzw. ein Prozent.

Die Briefwähler, das Fritz-Treutel-Haus und das Altenwohnheim weichen am stärksten ab. Mit 7,9 Prozent, 7,9 Prozent und 8,2 Prozent sind sie stark polarisierend. Der Wahlbezirk rund ums Altenwohnheim geht mit über 50 Prozent der Stimmen an Wenzel, Briefwahl und Fritz-Treutel-Haus sind Ockel-Gebiet. Ich konnte vor allem Rund um den Michaelsaal überzeugen, dort erhielt ich 8,2 Prozent der Stimmen. Mein schlechtester "Bezirk" sind die Briefwähler, von denen wählten mich nur 3,6 Prozent.

Fazit

Kelsterbach ist nach wie vor eine Stadt der Nichtwähler. Dafür gibt es sicherlich viele Gründe, die jeder für sich genommen für den Nichtwählenden ein guter sind. Trotzdem werde ich mich weiterhin dafür einsetzen, mehr Menschen für Kommunalpolitik zu interessieren. Denn es geht hier ganz konkret darum, was mit unserer Stadt passiert. Was mit unseren Steuergeldern passiert.

Kelsterbach braucht mehr denn je Fairänderung.