Sandhügelplatz: SPD lehnt Antrag zum Erhalt der alten Bäume ab

Bäume auf dem Sandhügelplatz

Nachdem der Wettbewerbliche Dialog zur Neugestaltung des Sandhügelplatzes weder Wettbewerb noch Dialog mit den Bürgern beinhaltete, wurde gestern auf der Stadtverordnetenversammlung ein weiteres trauriges Kapitel angefügt. Die SPD lehnte einen butterweichen Antrag der WIK ab, der als Ziel hatte, den Bestand alter Bäume "nach Möglichkeit in die Platzgestaltung einzubinden". O-Ton des Fraktionsvorsitzenden Jürgen Zeller, nachdem er noch kurz laut über Änderungen nachgedacht hatte: "Egal, wir lehnen den Antrag eh ab".

Ebenfalls keine Mehrheit fand der Antrag der WIK, vor dem Wohn- und Einkaufsgebäude auf Parkplätze zu verzichten, um so einen Platz mit "hoher Aufenthaltsqualität" zu schaffen. Der Verzicht auf Parkplätze war eines Ziele der Neugestaltung, das von der interfraktionellen Arbeitsgruppe beschlossen worden war. Hier zeigte Bürgermeister Manfred Ockel mehrmals auf, wie wichtig es sei, die Unterlagen gründlich zu lesen. Dort stehe eindeutig, dass der Verzicht auf Parkplätze nur ein "Soll"-Ziel sei, und kein "Muss". Die Abwesenheit von Parkplätzen in der Stadtmitte war laut seiner Ausführung nie von hoher Priorität, wie er anhand der verwendeten Bewertungsmatix belegte. Gerade mal 30 von 1.000 möglichen Bewertungspunkten konnten damit erzielt werden.

Zeller erklärt hierzu, "die Kelsterbacher wollen mit dem Auto in die Geschäfte fahren". Niemand würde in der Tiefgarage parken, nur um Geld zu holen. Leider wurde in der Diskussion nicht erwähnt, dass es weitere 20 Parkplätze an der Seite des Gebäudes geben wird sowie einige auf der Rückseite. Zusätzlich zu den Parkplätzen, die auf der Mörfelder Straße vorhanden sind.

Es bleibt also dabei: Während andere Städte alles daran setzen, ihre Innenstädte autofrei zu gestalten und alte Baumbestände zu retten, geht Kelsterbach genau dem umgekehrten Weg. Dabei beugt sich die Stadt den Wünschen des Investors, der nun die Stadtmitte nach seinen Wünschen gestalten wird.

Ich bin gespannt, wie sich die Lage entwickelt, falls das Bauprojekt diesmal wirklich zum Abschluss kommt. Vor allem hoffe ich, dass sich der Tegut länger als in Raunheim hält - dort schloss er nach wenigen Jahren mangels Kundschaft wieder seine Pforten. Ein Blick auf die Zahlen lässt wenig Raum für Hoffnung, denn die Kaufkraft in Kelsterbach ist leider nicht viel höher als in unserer Nachbarstadt. Raunheim bringt es auf 5.151 Euro, Kelsterbach auf 5.545 (Zahlen für 2013 von der IHK Darmstadt). Vor allem die vielen Familien mit jungen Kindern, die die nächsten Jahrzehnte ihre neugebauten Häuser abzahlen werden, werden meiner Meinung nach weiterhin zum Discounter fahren.