Neue Stadtmitte: Kelsterbach verschleudert Filetstück

Geplante neue Stadtmitte

Vergangenen Sonntag stellte der Darmstädter Investor Biskupek-Scheinert im Fritz-Treutel-Haus seinen Plan zur Neugestaltung der Kelsterbacher Stadtmitte vor. Das Interesse der Kelsterbacher war überschaubar, ein Großteil der Sitzplätze blieb leer. Dies lag sicherlich auch daran, dass es nicht das erste Mal ist, dass der amtierende Bürgermeister Manfred Ockel verspricht, dass »die Bagger bald rollen werden«. Um die Investition schmackhaft zu machen, soll Biskupek-Scheinert den Sandhügelplatz zu einem sehr niedrigen Preis erhalten: Für das gesamte Gelände muss er nur gut zwei Millionen Euro zahlen.

Es ist mir unbegreiflich, dass die Stadt dieses Filetstück so verschleudert. Für drei Gundstücke, die Teil der ›neuen Stadtmitte‹ sein sollen, wurden von der Stadt vor Jahren 1,2 Millionen Euro gezahlt. Und diese Fläche macht nur Drittel der Gesamtfläche aus! Es passt aber leider zur aktuellen Strategie, schnell Kasse zu machen und keinen Gedanken an Morgen zu verschwenden.

Was dabei herauskommt, sieht man beim Gewerbegebiet Mönchhof. Die Fraport als Eigentümer lässt sich mit der Bebauung Zeit und Kelsterbach kann nur als Bittsteller ankommen und hoffen, dass der Flughafenbetreiber nicht zu lange auf Zeit spielt. Das Ergebnis ist, dass sowohl Raunheim als auch Kelsterbach dringend benötigte Gewerbesteuereinnahmen fehlen.

Mein Vorschlag als zum Grundstücksverkauf ist, nur ein sogenanntes Erbbaurecht einzuräumen. Dies hätte den Vorteil für die Stadt, dass das Grundstück nach Ablauf der Nutzungszeit wieder an die Stadt zurückfällt und für den Investor, dass er statt des Kaufpreises nur den Erbbauzins zahlen muss. Bei vielen Bauprojekten von privaten Trägern in Kelsterbach kommt dieses Verfahren bereits zum Einsatz.