Lieber Herr Ockel,

Schaukel

Ich verstehe sehr gut, dass Sie weitere sechs Jahre Bürgermeister von Kelsterbach sein wollen. Ich finde es aber sehr bedauerlich, welche Mittel Sie für den Wahlkampf wählen. Gegen eine harte, auf Fakten basierte Auseinandersetzung habe ich nicht das Geringste. Dies haben Sie im Rahmen der Podiumsdiskussion in der Friedensgemeinde auch deutlich zu spüren bekommen.

Dass Sie seit Wochen eine Folkore-Veranstaltung nach der nächsten veranstalten - geschenkt. Dass Sie seit Wochen Werbung in "Kelsterbach Aktuell" schalten - geschenkt. Dass niemand weiß, woher das Geld für ihren exorbitanten Wahlkampf stammt - geschenkt.

Was aber gar nicht geht, sind Behauptungen wie die, dass man Sie wählen müsse, um die Vereinsförderung zu erhalten. Oder das Versprechen, wenn man Sie wählt, würde im Neubaugebiet Länger Weg der Mini-Spielplatz mit einer Schaukel ausgestattet und ein weiterer Spielplatz gebaut. 

Ich gehe davon aus, dass Ihnen als Bürgermeister bekannt ist, dass Sie nicht persönlich über die Vereinsförderung entscheiden. Hier geht es immerhin um einen Betrag von fast vier Millonen Euro jedes Jahr. Über diese Summe verfügt ein Bürgermeister nicht nach Belieben. Und was die Schaukel und den neuen Spielplatz angeht: Sie haben mehr als genug Zeit gehabt, sich darum zu kümmern. Ihre Versäumnisse jetzt als Wahlversprechen in die Wagschaale zu werfen ist unlauter.

Ich hätte mich gerne ein weiteres Mal mit Ihnen im Rahmen einer Podiumsdiskussion im Fritz-Treutel-Haus auseinander gesetzt. Leider haben Sie einem weiteren Termin vor mehr Publikum eine eindeutige Absage erteilt.

Hätten Sie die Ihnen übertragenen Aufgaben in den letzten Jahren angemessen erledigt, müssten Sie nun nicht um Ihre Wiederwahl bangen.

Mit herausfordernden Grüßen,

Christian Hufgard